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Schulprojekt „Architektur macht Schule - Schülerinnen und Schüler sammeln und gestalten Ideen für ihren Schulhof“ an der Grundschule Biederitz

2010-10-12 00:00

AMS

Schulhofprojekt an der GS Biederitz am 11. und 12. Oktober 2010

 

Projektbeteiligte

Sebastian Baum
Katja Eckardt

Katharina Gebhardt

Kerstin Kuehn

Nadine Nocken

Christine Pedal

Fabian Schulz

Sabine Specht

Axel Teichert

Cornelia Teichert


Rund 75 Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen der GS Biederitz strömten am Montagmorgen in die Mehrzweckhalle und schauten erwartungsvoll die Architekten an, die vorn am Podest standen und nervös waren. Würde es den Fachleuten und ihren ehrenamtlichen Helfern gelingen, die Kinder dazu zu bewegen, zwei Tage lang über ihren Schulhof nachzudenken und ihn in selbstgebauten Modellen nach ihren Wünschen umzubauen?

 

Der Verein Pro Biederitz e.V. hatte vor einem Jahr die Idee, die Biederitzer Schüler in das in Sachsen-Anhalt laufende Projekt „Architektur macht Schule“ einzubinden und die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, ihre Sichtweise auf ihren täglich genutzten Pausenhof darzustellen und Änderungsvorschläge zu machen. Es war dem Verein wichtig, die Kinder mit einzubeziehen, denn ihr Blick auf ihre Alltagsumgebung ist von ganz anderer Wahrnehmung geprägt als der Blick der Erwachsenen. Erwachsene gehen in erster Linie von Handhabbarkeit und finanzieller Situation aus, was bei der Planung und Umsetzung nicht selten an den Lebenswelten der Kinder vorbei geht.

Es genügt nicht irgendein Spielgerät aufzustellen, Kinder wünschen sich individuelle Angebote. Pro Biederitz e.V. wollte das Pferd von der anderen Seite aufzäumen und als erstes die Kinder fragen, was sie sich vorstellen. Ziel war nicht nur, mit kindgerechten Modellen den Gemeinderäten und anderen Verantwortlichen einen Blick in die Gedankenwelt der Kinder zu ermöglichen; auch die Kinder sollten vom 2-tägigen Prozess profitieren und sich mit Architektur und ihren Wünschen auseinandersetzen. Schnell waren die negativen Punkte auf dem Schulhof benannt, allen voran der absolut schlechte und höchst unfallträchtige Bodenbelag.


Nach einem längeren Brainstorming, bei denen sich die Fantasie der Kinder immer weiter überschlug und Vorschläge wie Sauna und Gruselbahn nicht allein die Höhenpunkte waren, begannen sich die Kinder auf die durchaus machbaren Wünsche zu konzentrieren, die neben einem Apfelbaum und einem Bodenschachspiel auch ein Schulmaskottchen (möglichst lebensgroß) sind.

Positive Nebeneffekte blieben nicht aus und waren auch gewollt: in 8 Gruppen machten sich die Kinder daran, den Schulhof in Ruhe-, Spiel- und Sportzone zu unterteilen und dabei nicht nur an sich, sondern auch an die Bedürfnisse ihrer Mitschüler zu denken. Dabei galt es nicht nur, sich mit alters-, sondern auch geschlechtsspezifischen Wünschen auseinander zu setzen.

Und es funktionierte! Die Kinder machten sich mit Feuereifer an die Gestaltung ihres Traumschulhofes. Sie setzten sich dabei in den Gruppen konstruktiv auseinander, halfen sich gegenseitig bei der Herstellung von Baumhaus und anderen Ruhepodesten, Trampolinen und Klettergerüsten, planten geregelte Fahrbahnen mit Zebrastreifen, „damit man nicht mehr über den Haufen gefahren wird“, und stellten dabei immer wieder erstaunt fest, dass es gar nicht so einfach ist, allen gerecht zu werden bzw. alle Wünsche auf dem Hof und dem angrenzenden Sandplatzbereich zu realisieren.

Während der Entwicklung der Modelle waren wir Betreuer aber immer wieder erstaunt, mit welch’ unglaublicher Kreativität die Kinder Lösungen für Probleme fanden und mit welchem Eifer sie sich in die teilweise maßstabsgetreue Realisierung ihrer Ideen stürzten!


Am Ende des zweiten Projekttages stand die Vorstellung der erarbeiteten Modelle vor den anderen Gruppen im Vordergrund. Dabei wurden jeweils 2 Sprecher ausgewählt, die ihr Gruppenmodell vor den anderen vorstellen sollten. Das war sehr aufregend und am Ende waren alle zufrieden, dass sie es geschafft hatten.


Kerstin Kuehn

Nadine Nocken

Pro Biederitz e.V.  

 

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